Penalty Check

Rote KarteBei einem sogenannten Google Penalty bzw. einer Depreciation handelt es sich um eine manuelle Abstrafung durch das Webspam-Team von Google. Die manuelle Maßnahme wurde in der Regel von einem, eher aber mehreren Mitarbeitern des Webspam-Team oder einem Quality Rater verordnet. Im Gegensatz dazu kann der Rankingverlust aber auch das Resultat eines algorithmischen Filters sein, der auf Ihrer Webseiten Muster erkennt, die auf einen Verstoß gegen die Google Richtlinien hinweist.

Auf die meisten Penalties wird man von Google innerhalb der Webmaster Tools per Nachricht hingewiesen. Sollten sie per eMail über eine vermeintliche Abstrafung seitens Google benachrichtigt, prüfen Sie sorgfältig die Echtheit der Nachricht! Die bestehenden manuellen Maßnahmen gegen Ihre Webseite können Sie auch in den Webmaster Tools sehen.

Es gibt verschiedene Strafen, die Ihrer Website auferlegt werden können. Der Umfang des Penalty richtet sich in der Regel nach Schwere und Umfang des Verstoßes gegen die Google-Richtlinien.

1. Keyword Penalty

Ein Keyword Penalty verschlechtert ihr Ranking für ein ganz bestimmtes Keyword. Während sie bisher immer auf Platz 1 oder 2 für ihren Lieblings-Suchbegriff gestanden haben, finden Sie ihre Webseite “über Nacht” 10, 30 oder mehr Plätze weiter hinten in den Suchergebnissen.

Keyword-Penalties werden meistens durch Linkbuilding-Taktiken ausgelöst, welche gegen die Richtlinien von Google verstoßen. Der offensichtliche Einkauf von künstlich gesetzten Verlinkungen mit dem Ziel das Ranking zu beeinflussen ist der häufigste Grund für ein Keyword-Penalty. In der Regel verliert der Webseiten-Betreiber für das oder die Keyword(s) die er gezielt versucht hat per Anchor-Text-Links in die Top10 zu “bomben”.

Je nachdem wie eingehend Google die Webseite geprüft hat und wieviele Verstöße vorliegen, kann die Abstrafung ein oder mehrere Keywords betreffen.

2. URL-Penalty

Beim URL-Penalty wird ein ganz konkreter URL (also eine Unterseite) seiner Fähigkeit zu ranken beraubt. Im Gegenteil zum Keyword-Penalty, bei dem die Zielseite noch für verschiedene Keyword-Kombinationen oder Longtail-Begriffe ranken kann, verliert die HTML-Page beim URL-Penalty ihre Rankings für sämtliche Suchbegriffe und ist quasi nicht mehr zu finden.

Gründe für ein URL-Penalty könnten das Verbreiten von pornografischen Bildern oder Schadprogrammen sein. Aber auch OnPage-Techniken wie Cloaking, sneaky Redirects oder andere Bestimmungsgründe auf der Zielseite könnten in Frage kommen.

Auch hier können ein oder mehrere URLs betroffen sein.

3. Folder-Penalty

Die gezielte Abstrafung einzelner Folder (Verzeichnisse) einer Website betreibt Google noch nicht sehr lange. Dieses Penalty dient der Degradierung eines größeren Bereichs der Website, ohne jedoch die gesamte Internetpräsenz zu bestrafen.

Gründe für ein Verzeichnis-Penalty können zum Beispiel Seitenbereiche mit für den User besonders unbefriedigenden Inhalten oder dupliziertem Content sein. Dabei kann es sich zum Beispiel um die fälschlicherweise indizierte Interne Suche einer Seite oder ein Verzeichnis mit Affilate-Daten, einer duplizierten White-Label-Lösung oder andere Seiten mit zu wenig originären Inhalten und Nutzwert handeln.

Ein Folder-Penalty weißt in aller Regel darauf hin, dass Google den Wert ihrer Webseite prinzipiell schätzt, dass Sie aber nicht in allen Bereichen die Google-Hinweise einhalten oder aber OnPage-Probleme technische Natur haben.

4. Subdomain- / Domain-Penalty

Bei dieser Abstrafung kommt es zum Rankingverlust für die gesamte Domain, oder aber Subdomain, falls ihre Webseite mit Subdomains arbeitet. Ihre Webseite bleibt im Index zwar auffindbar, aber sie verlieren Ranking und Traffic für fast alle ihrer Top-Keywords.

Unter gewissen Umständen kann es sinnvoll erscheinen Subdomains gezielt einzusetzen um Bereiche einer Website mit unterschiedlicher Qualität abzugrenzen. So könnte ein Bloghoster zum Beispiel der unterschiedlichen Schöpfungshöhe der Beiträge der Blog-Nutzer Rechnung tragen, indem er jedem Nutzer eine eigene Subdomain zur Verfügung stellt. Dadurch verhindert man eine solidarische Haftung aller Nutzer bei einer Bestrafung durch Google. Auch White-Label und Kooperations-Angebote, deren Qualität Sie nicht 100%ig garantieren können, sollten Sie auf eine Subdomain auslagern um das Risiko für ihr Kernprodukt zu senken.

5. Deindexierung

Die komplette Verbannung aus dem Google-Index ist die härteste Strafe in Googles Arsenal der Penalties. Durch das Löschen all ihrer Unterseiten aus dem Google-Index werden Sie innerhalb der Suchmaschine tatsächlich absolut unauffindlich. Mit Hilfe der Site-Abfrage können sie schnell überprüfen, ob ihre Webseite noch im Google-Index inkludiert ist.

Eine komplette Deindexierung setzt in der Regel ein oder mehrere schwere Verstöße gegen die Webmaster-Richtlinien voraus.

6. PageRank Penalty

Bei einem sogenannten PageRank Penalty wird der (zB über die Google Toolbar) sichtbare PageRank einer Seite in der Regel künstlich um 1-3 Punkte verringert. In 99% der Fälle dient diese Bestrafung als Quittung für offensichtlichen Linkverkauf. Vermutlich hat ihre Webseite schon lange vorher ihre Fähigkeit verloren PageRank an andere Webseiten zu übertragen, doch mit der sichtbaren Veränderung ihres PageRank (PR) weißt Google Sie auf ihr Fehlverhalten hin.

Das Ranking ihrer eigenen Webseite wird in der Regel nicht von dieser Bestrafung betroffen sein. Jedoch müssen die von Ihnen angelinkten Webseiten damit rechnen, dass die von Ihnen gesetzten Links nicht länger ihre Wirkung entfalten, oder sogar zu Keyword-Penalties auf der Zielseite führen können.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 7.5/10 (36 votes cast)
Penalty Check, 7.5 out of 10 based on 36 ratings

Über den Verfasser: 

Philipp war 6 Jahre lang Search Strategist und Product Manager bei Idealo.de. In seiner Funktion als Suchmaschinenspezialist hat er sich vor allem mit den Themen Crawlability, Accessability und OnPage-Optimierung von Webseiten mit mehr als einer Million SubPages befasst. Seit 2011 ist Philipp Klöckner als Angel Investor und Search Consultant tätig und teilt seine Erfahrung in den Bereichen Search (Paid/Organic), Comparison Shopping und Business Intelligence mit Verlagshäusern, eCommerce-Webseiten und Start-Ups.

Connect via: LinkedIn | XING | G+ | Facebook (Subscribe)