Disavow: Links in den Google Webmaster Tools für ungültig erklären

Seit langen flehen Webmaster Google um die Möglichkeit an, sich von ungewollten, von Konkurrenten und Scrapern erzeugten Links distanzieren zu können. Google versuchte lange Zeit zu predigen, dass dies nicht notwendig sei, da es keine Möglichkeit gäbe das Ranking von Webseiten außerhalb der eigenen Kontrolle zu verschlechtern. Mit etwas Nachdenken oder bereits gemachten schlechten Erfahrungen sollte aber jedem klar sein, dass es insbesondere nach Penguin, aber auch bereits zuvor doch erhebliche Probleme gab, wenn einem jemand wirklich übel gesonnen ist. Heute stellte Google das Disavow Links Tool in den Google Webmaster Tools vor, welches das “ungültig erklären” solcher Links ermöglicht.

Die Konkurrenz von Mircosofts Bing Suchmaschine hatten ein ähnliches Tool bereits im Juni implementiert. Während Ranking- und Link-Probleme in Bing den deutschen Webmaster in der Regel aber nur peripher tangieren, haben insbesondere die zuletzt von Google verschickten Linkwarnungen viel Nachfrage nach einem Link Disavowal erzeugt.

So funktioniert das Disavow Links Tool

Disavow Links Tool Google WMT

Nur noch zwei Klicks vom sauberen Linkprofil entfernt?

Zum Entwerten der negativen Links bietet Google nun die Möglichkeit, eine Textdatei mit allen fraglichen Links hochzuladen um diese für ungültig zu erklären. Google warnt jedoch vor dem unbedachten Einsatz des Tools. Es handele sich dabei um eine erweiterte Funktion für erfahrene Nutzer, welche mit Vorsicht zu genießen sei. Zudem ermahnt Google den Webmaster zunächst sämtliche Maßnahmen zu treffen, den Link auf normale Art und Weise zu entfernen um das Problem an der Wurzel zu packen.

This is an advanced feature and should only be used with caution. If used incorrectly, this feature can potentially harm your site’s performance in Google’s search results. We recommend that you only disavow backlinks if you believe you have a considerable number of spammy, artificial, or low-quality links pointing to your site, and if you are confident that the links are causing issues for you.

Für die Übertragung des hochzuladenden txt-File bestimmt Google folgendes Protokoll:


# Contacted owner of spamdomain1.com on 7/1/2012 to

# ask for link removal but got no response
domain:spamdomain1.com
# Owner of spamdomain2.com removed most links, but missed these

http://www.spamdomain2.com/contentA.html

http://www.spamdomain2.com/contentB.html

http://www.spamdomain2.com/contentC.html

Konkret heißt es, dass Zeilen mit # (Raute/Hash) als Kommentare zählen, welche ignoriert werden sollen. Mit dem Operator “domain:” kann man sämtliche Links einer Domain entwerten. Alternativ kann man Links von konkreten URLs für ungültig erklären, indem man diese URLs zeilenweise auflistet. Fragliche Links findet man widerum am besten in der Übersicht “Links zu meiner Webseite” in den Google Webmaster Tools.

Wie gefährlich bzw. nützlich ist das neue Tool?

report SpamDie WMT erlauben im Moment nur eine Liste – diese kann aber immer wieder heruntergeladen, adjustiert und wieder hochgeladen werden. Irrtümliche Entwertungen sind nach Aussage von Matt Cutts auch reversibel. Dennoch sollte man nicht mit dem Tool herumspielen.

Zudem betont man, dass Google die “bad links” weiterhin lediglich als eine “starke Empfehlung” ansehen wird. Der Webmaster bleibt also im Unklaren darüber, wie Google tatsächlich mit dem Input des Webmasters verfährt. Für mich persönlich heißt das relativ klar, dass Google hier vor allem einen weiteren Spam-Report geschaffen hat um den Penguin-Algo zu füttern. Ob und inwieweit das Tool dem eigentlichen Webmaster hilft bleibt zumindest fraglich.

Spannend wird auch zu sehen wie ängstlich Webmaster versuchen werden das Tool präventiv einzusetzen. Ich sehe bereits 2MegaByte-Listen mit “non desirable Linksource Domains” im Netz kursieren, welche dann jeder Webmaster prophylaktisch hochlädt. Und wehe dem, der “aus Versehen” in diese Listen gerät und so tausendfach submitted wird.

Fazit – Pro & Contra aus Google-Sicht

ablassbriefLetztlich hat Google sich mit dem Durchringen zu einem Disavow Links Tool vor allem gegen das tausendfache manuelle Review von Reconsideration Requests entschieden und stattdessen den automatisch prozessierbaren Ablassbrief entwickelt. Aus Googlesicht ist es ungünstig, weil das neue Tool auch eine Einladung an die SEO-Philosophie “Whatever works is worth trying” ist. SEOs müssen sich weiterhin noch nicht wirklich um nachhaltige Strategien bemühen, wenn Sie ihre Jugendsünden einfach per Upload tilgen können. Kurzfristig ausgerichtete SEO-Taktiken können gar ein Revival erleben.

Auf der anderen Seite muss Google Webmastern, die an eben diese SEOs geraten sind, die Möglichkeit geben sich von unverschuldeten Penalties zu befreien. Und massenhaft Menschen zu beschäftigen um Reconsideration Requests zu bearbeiten passt nicht in Googles Philosophie.

Was ist Eure Meinung: Ist das Tool ein Fortschritt für den soliden Webmaster oder eine Einladung zu mehr Risikofreude beim Linkbuilding?

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Über den Verfasser: 

Philipp war 6 Jahre lang Search Strategist und Product Manager bei Idealo.de. In seiner Funktion als Suchmaschinenspezialist hat er sich vor allem mit den Themen Crawlability, Accessability und OnPage-Optimierung von Webseiten mit mehr als einer Million SubPages befasst. Seit 2011 ist Philipp Klöckner als Angel Investor und Search Consultant tätig und teilt seine Erfahrung in den Bereichen Search (Paid/Organic), Comparison Shopping und Business Intelligence mit Verlagshäusern, eCommerce-Webseiten und Start-Ups.

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